Schon
im frühen Mittelalter lag den in den Norden eingewanderten Slawen
ein Fließgewässer - nahe der heutigen Landeshauptstadt Kiel
- besonders am Herzen: Sie nannten es "Sventana"
- Heiliger Fluss. Warum die Slawen damals diesen Fluß so
hoch schätzten, wurde nicht überliefert.
Vor
allem Kurzurlauber aus Kiel und der näheren Umgebung - aber auch
Feriengäste - nutzen den unschätzbaren Naherholungswert: Die
Schwentine lädt zu Kanu-
und Schiffstouren (bis
zum Wasserkraftwerk), Wandern und Radtouren ein.
Die
Schwentine entspringt am ostholsteinischen
Bungsberg und mündet unmittelbar vor den Toren Kiels - an einem
dortigen Sperrwerk (direkt hinter der Ostring-Brücke zwischen Dietrichsdorf
und Wellingdorf) - in die Kieler Förde.
Der
Verlauf der Schwentine hat sich seit Vorzeiten nicht verändert.
Im Unterlauf bildete sich eine einmalige Landschaft heraus, die vor
allem als wertvoller Naherholungsraum dient. Hier lässt sich noch
heute erahnen, warum die Slawen diesen Fluss - "Sventana"
- Heiliger Fluss - nannten.
Kleine
Holzbrücken führen über den sumpfigen Grund entlang des
neu (2001) angelegten Wanderweges (teilweise mit ausgelegten Holz-Bolen).
Erlenbruch und urwüchsige Flusslandschaften prägen das Landschaftsbild
entlang der Schwentine (unterbrochen vom Wasserkraftwerk 1 der Kieler
Stadtwerke aus dem Jahre 1904. Das Gebäude steht, wie auch das
Wasserkraftwerk 2 - weitere 800m Flussaufwärts - aus dem Jahre
1909, unter Denkmalschutz).
Hinter
der großen Füßgängerbrücke bis zum Ausflugslokal
zur "Oppendorfer Mühle" bietet das Schwentinetal
ein beeindruckendes Bild (Naturschutzgebiet "Altarm
der Schwentine"): Umgefallene Bäume und Sträucher
überwuchern - wild romantisch verschlungen - den eingeengten Flußlauf.
Kurz
vor Preetz: Markante Baumveteranen - ob Buche oder Eiche - säumen
die Strecke nach an der Gabelung "Am Weinberg"/"Totenredder".
Eine ausgedehnte Niederung des Schwentinetals lohnt den Blick- dort
weiden Pferde und Rinder in den Auen.
Der
Wechsel von engen, teils "steilen" Talabschnitten und weiten
Niederungen ist mit der Flussgeschichte verbunden. Nach der Eiszeit
vor 10 000 Jahren blieben mit dem Abtauen der Gletscher riesige Eisblöcke
zwischen aufgeschobenen Erdmassen (Moränen) zurück.
Diese
"Toteisblöcke" schmolzen:
Es entstanden natürliche Stauseen. Irgendwann brach das Wasser
durch, es bildeten sich enge "Durchsbruchtäler" - und
dort, wo Toteis-Seen leerliefen, finden sich heute Niederungen.
Hinter
dem "Totenredder" vor Preetz
verbirgt sich ebenfalls Geschichte: "Im früheren Zeiten hatten
Menschen aus Rosenfeld ihre Verstorbenen auf diesem Pfad nach Preetz
transportiert", erklärt Rudi Hahn,
Bau- und Umweltamtsleiter der Gemeinde Raisdorf.
Es
bieten sich diverse Ausflugsstrecken (ausführliche
Tourbeschreibung mit Fotos) entlang der Schwentine an:
- Die längste Tour - vor allem für Radwanderer
geeignet - führt bis nach Preetz und retour - rund 32 km
auf teils schwieriger Strecke
- Für Wanderer bietet sich die sechs
Kilometern (plus retour) zur "Oppendorfer
Mühle" an - ein Ausflugslokal mit Biergarten, wo der
Chef Kai-Uwe Kielhorn (40) selbst kocht:
Sauerfleisch mit Bratkartoffeln, Bauerfrühstück und gebratene
Heringe in Sauer sind seine Spezialitäten.
- Für Kanuwanderer - zwei Strecken
für Tagestouren: Unterer Abschnitt ab Kiel bis zum Wasserkraftwerk
und oberer Abschnitt hinter der "Weißen Brücke"
am Rosensee bis Preetz (oder retour). Natürlich kann die Schwentine
auch bis Kiel befahren werden. Dafür muss am Ende des Rosensees
die Aussetzstelle genutzt werden. Vorbei an den Kraftwerken werden die
Kanus über ca. 2 km zum Ausflugscafé
"Oppendorfer Mühle" getragen und dort zu Wasser
gelassen.