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Besichtigungen / Schlößer 
 Rekonstruktion einer Turmhügelburg / Lütjenburg

Zur Geschichte
Zur Zeit der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert n.Chr. haben große Teile der Bevölkerung unser Land gen Süden verlassen. Im 7. und 8. Jahrh. wanderten dann, aus dem Südosten kommend, die Slawen ein und besiedelten das Land bis zum später entstandenen "limes saxoniae", etwa das Gebiet östlich der Linie Kiel-Lauenburg. Die Christianisierung der nordelbischen Stämme der Holsaten, Ditmarscher und Stormarn beginnt mit Karl dem Großen um das Jahr 800 mit deren Unterwerfung. Der Versuch der Christianisierung der Slawen beginnt erst in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Bis in die Mitte des 12.Jahrh. wird das Christentum bis an die Ostsee vorangetrieben. Jene eroberten Landesteile werden ab der Mitte des 12. Jahrhunderts mit Kolonisten aus Friesland, Holland und Westfalen besiedelt. Die von den Landesherren eingesetzten Adligen befestigten ihren Rittersitz mit Motte (Burghügel), Graben, Palisaden und Vorburg. Turmhügelburgen (château à motte) sind die häufigste Befestigungsform.

Eine bedeutende Turmhügelburg entstand ganz in unserer Nähe bei Giekau im Jahr 1259. Ihr Erbauer war der Ritter Nicolaus de Giekowe. Der Burg-hügel und eine imposante Vorburg sind noch heute sehr gut zu erkennen. Ab etwa 1500 entstand die Burganlage Neuhaus, die alte verfiel.
Das Dorf Giekau entstand im Bereich der vom Schaumburger Grafen Adolf IV gestifteten Kirche nach seinem Sieg über die Dänen im Jahr 1227 bei Bomhöved.

Zum Bau der Burg
Uns interessiert heute, wie diese „Kleinburgen" aussahen, von denen es im Umkreis von Lütjenburg nachweislich elf gab. Keine der mindestens 45 Turmhügelburgen im Kreis Plön existiert mehr. Deshalb mussten wir uns bei der Rekonstruktion auf Quellen beziehen, die uns aus jener Zeit zur Verfügung stehen. Diese sind:
1. der Glockenturm von Norderbrarup aus dem 13. Jahrhundert,
2. der Teppich von Bayeux,
3. Bilder vom „Weiherhaus in Nürnberg" von Albrecht Dürer,
4. der gut erhaltene Dachstuhl des Templerhau-ses von Amorbach aus dem Jahr 1291 sowie
5. Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Grabungen in Schleswig- Holstein.
Hilfreich bei der Rekonstruktion des Bauwerkes war das Engagement erfahrener Zimmerleute, die sich für die besondere Art der handwerklichen Arbeiten begeisterten; sie konnten ihre über die Jahrhunderte in Zünften überlieferte Zimmermannskunst einbringen.

Zur Bebauung der Vorburg
Nach Fertigstellung der Burg mit der Brücke über den Burggraben, des Info-Zentrums mit Toiletten und Duschen im Eingangsbereich, des Wohn- und Stallgebäudes, der Schmiede, des Wohnhauses des Ritters und des Backhauses mit dem Backofen außerhalb der Vorburg, soll nunmehr im Jahr 2007 das Wirtschaftsgebäude des Ritters und der Speicher gebaut werden. In den folgenden Jahren planen wir dann eine Kapelle, den Brunnen, das Eingangstor und die Brücke über das Bächlein „Lütt Elf" zu bauen.
Die Lage der Gebäude zueinander auf dem Bur-gengelände ist historischen Vorbildern nachempfunden und zudem zweckmäßig. Jedes der Gebäude wird in einer anderen, für das Mittelalter typischen Bauweise errichtet, um so die verschiedenen Bauweisen darzustellen.
Es werden ausschließlich Baumaterialien ver-wendet, die den Menschen des Mittelalters zur Verfügung standen. Die Eichenhölzer und Schmiedenägel werden in Handarbeit hergestellt, die Mauerziegel und Dachpfannen handgestrichen und dann im Holzkohleofen gebrannt. Die Bauplanung und Ausführung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Archäologischen Landesamt in Schleswig.

Der Verein
Ziel des Vereins ist es, die gesamte Burganlage nach historischen Vorbildern zu rekonstruieren - als Beitrag zur Heimatpflege, aber auch zur touristischen Belebung der Stadt Lütjenburg und der Region. Die Burganlage mit mittelalterlichem Leben zu erfüllen, ist Teil unseres Konzeptes.
(Text: aktuelle Flyer des Vereins)

Anreise:
über B202 aus Kiel oder Oldenburg, in Lütjenburg auf die L165 (Panker Straße) Richtung , kurz hinter dem Ort, der Beschilderung nach links (kleiner Weg) in den "Bunendorp" folgen, kleiner Parkplatz vor dem Eingang

 Wichtige Informationen

Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e.V., Plöner Straße 73, 24321 Lütjenburg, www.turmhuegelburg.de, Email: Turmhuegelburg@freenet.de, Führungen: Anmeldung bei Frau Mandy Baer im Büro Vitales 04381/40080

 Weitere Informationen im Internet
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