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Besichtigungen / Naturparks 
 Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog / Dithmarschen

"Die Heuler" sind die Publikumslieblinge in Friedrichskoog
Im Frühjahr, wenn die Seehundweibchen kalben, werden schon bald die ersten "Heuler" (verlassene Seehund-Babys) entlang der deutschen Nordseeküste gesichtet. Sofort nach Eingang der Sichtung rücken die Mitarbeiter der Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog (Dithmarschen) aus, um zu helfen.

In Friedrichskoog werden die "Findelkinder" dann artgerecht "aufgepäppelt". Wenn sie später ein bestimmtes Alter erreicht haben, werden die jungen Seehunde in ihren ureigenen Lebensraum - die Nordsee - entlassen.

Dabei bricht schon manchmal das eine oder andere "Pfleger-Herz", wenn ihre "Lieblinge", die schon alle ihre eigenen Namen erhalten haben, sie verlassen. Jährlich werden hier rund drei Dutzend "Heuler" aufgepäppelt. 2003 konnten 42 Heuler erfolgreich aufgezogen und wieder ausgewildert werden..

 Geschichtlicher Vorlauf

Um die notwendige und sehr aufwendige Arbeit und Pflege zum Schutz der Seehunde entlang der deutschen Nordsee-Küste finanzieren zu können, wurde die Aufzuchtstation Friedrichskoog vor einigen Jahren für Besucher geöffnet.

Dominiert wird die Station von der alten Beaobachtungsbake der Vogelinsel Trischen. Von Oben ergibt sich ein optimaler Überblick über die Seehundstation.

Natürlich ist mit der Öffnung dieser Einrichtung auch die Hoffnung verbunden, daß sich die Besucher bewußt werden, welche Verantwortung die Menschen für die Umwelt und besonders für den einmaligen Lebensraum Wattenmeer haben. Viele der Jungtiere werden nämlich zu "Heulern" (Waisen), weil ihre Mütter sie - wegen von Menschen verursachten Umwelteinflüssen - verlassen.

Im Jahr 1998 haben 126.000 Besucher die einzige Seehundaufzuchtstation in Schleswig-Holstein besucht. Ostern 1999 wurde der dritte Bauabschnitt beendet. Besucher können nun in Friedrichskoog neben entsprechenden Sanitäranlagen, einem überdachten Kassenbereich mit Souvenir-Shop auch die gesamte Aufzuchtstation von einem Aussichtsturm überblicken. Damit das maritime Ambiente gewahrt bleibt, wurde dafür extra eine 40 Jahre alte Rettungsbake von der Vogelinsel Trischen zur Besucherplattform umgebaut.

Mit Neuheiten auf dem Gelände und einem neu gestalteten Kinderbereich will die dithmarscher "Heuler-Station" ihre Attraktivität 2004 steigern. "Wir nutzen Winter und Frühjahr, um unsere Ausstellung zu aktualisieren und unseren regelmäßigen Gästen Neues bieten zu können" erklärt die Leiterin der Station Tanja Rosenberger. "Bei uns kann man Seehunde anders erleben und mehr über sie erfahren als in einem Tier- oder Freizeitpark". Im letzten Jahr besuchten 171.000 zahlende Gäste die Aufzuchtstation: Rund 9.000 Besucher weniger als im Vorjahr. "Angesichts der äußerst kurzen Feriensaison, eines extrem guten Badesommers und des neu eröffneten Konkurrenzbeckens in St.Peter-Ording sind wir trotzdem zufrieden", so die Biologin.

 Seehundstation Friedrichskoog e.V. - Information, Aufzucht und Forschung
Die Seehundstation Friedrichskoog e.V. - Information, Aufzucht, Forschung wurde 1985 von der Gemeinde Friedrichskoog und dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. gegründet. 1991 wurde die Station mit fachlicher Unterstützung des Nationalparkamtes, der Forschungsstelle Wildbiologieder Uni Kiel, des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz erweitert. So können seit dem neue Maßstäbe der naturnahen Dauerhaltung und Aufzucht von Seehunden gesetzt werden.

Die Seehundstation hat sich die folgenden drei Schwerpunkte zum Ziele gesetzt:
Information
Während des gesamten Jahres wird eine Gruppe erwachsener Seehunde in der Station gehalten. Somit können die Tiere ständig in einem naturnah angelegten großen Beckensystem unter Wasser und an Land beobachtet werden.

Aufzucht
Gemäß dem internationalem Seehundabkommen ist Friedrichskoog die einzige autorisierte Aufnahmestelle für die sogenannten "Heuler" in Schleswig-Holstein. "Heuler" sind junge Seehunde (einige Wochen alt), die mutterlos an der Küste aufgefunden werden. Diese werden in Friedrichskoog unter bestimmten Voraussetzungen aufgenommen und möglichst naturnah aufgezogen. Ziel dieser Aufzucht ist es, die Jungtiere nach der Vorbereitung im "Auswilderungsbecken" im Frühherbst wieder in die Nordsee zu entlassen. Besucher können diese Jungtiere per Videokameras problemlos (ohne diese in ihrer Entwicklung zu stören) beobachten.

Forschung
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten wird in der Seehundstation gezielte Forschungsarbeit geleistet. Unter anderem werden an den heulern und Alttieren Blutuntersuchungen und Verhaltensstudien durchgeführt. So lassen sich die Kenntnisse über Gesundheitszustand, Lebensweise und Schutzmöglichkeiten der Seehunde vertiefen.

Angebote für Besucher
Neben den Seehunden informiert die Station auch über Robben und Wale. Das ganze Jahr über können die Besucher die Seehunde in der Naturanlage beobachten. Während der Fütterungen stehen die fachkundigen Mitarbeiter jederzeit für Fragen zur Verfügung.

Eine umfangreiche Ausstellung (deutsch und englisch) vermittelt mit vielen Fotos und leicht verständliches Wissen über Seehunde und andere Meeressäuger des Wattenmeeres. Die Ausstellung wird mit multimedialen Exponate unterstützt.

Für Gruppen (aber auch Einzelbesucher) werden Führungen, Quiz, Diavorträge, Filmvorführungen und Projekttage mit verschiedenen Themenschwerpunkten angeboten.

Für Schulklassen werden in der Seehundstation spezielle Projektwochen angeboten. Das Angebot wird dem Alter und Wissensstand der Schüler/-innen angepaßt. Darüberhinaus werden umfangreiche Dia- und Literatursammlungen für Schul- und Studienreferate angeboten.

 Verhalten beim Auffinden eines "Heulers"

Ein "Heuler" ist ein junger Seehund, der von seinem Muttertier getrennt wurde. Das Heulen ist ein normaler Kontaktlaut des Jungtieres, mit dem es seine Mutter ruft - kein Klagen.

Störungen durch Menschen sind im Wattenmeer die Hauptursache für diese Trennung. Natürliche Gründe für das Alleinsein eines jungen Seehundes:
- Jung- und Muttertier werden im Sommersturm getrennt.
- Krankheit oder vorzeitiger Tod der Mutter
- die Mutter löst gegen Ende der Säugezeit die Bindung zum Jungtier
- das Junge ruht sich am Strand aus, während das Muttertier zur Nahrungssuche im Wasser bleibt.

Wichtige Regeln für die Finder:
- Heuler nicht anfassen
- Hunde fernhalten
- weiten Abstand einhalten
- "Seehundjäger" Tel. 0431-683601, Seehundstation Tel. 04854-1372 oder die örtliche Polizei benachrichten!
Vielen Dank!

 Wichtige Informationen

Öffnung ganzjährig (auch an Sonn- und Feiertagen):
März bis Oktober täglich von 09.00 - 18.00 Uhr, Fütterungen um 10:30, 14.00und 17:30 Uhr
November bis Februar: täglich von 10.00 bis 17.30 Uhr, Fütterungen um 10.30 und 16.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene EUR 5 , Kinder (2-16 Jahre) EUR 3,50, Familienkarte (2 Erw. u. 2 Ki.) EUR 13,50, Behinderte 50% Ermäßigung, Führung (nach Anmeldung o. nach den Fütterungen) EUR ?, Gruppen (ab 12 Personen) Erwachsene EUR 4,- und Kinder EUR 2,50.

Anfahrt:
- von Süden: Hamburg A7 bis Dreieck Hamburg-Nordwest, auf die A23 Richtung Itzehoe/Heide, bis Itzehoe - dann auf die B5 Richtung Brunsbüttel, weiter bis Marne, hinter Marne kommt Abzweigung von B5 nach links - Richtung Friedrichskoog, vor dem Ort der Ausschilderung folgen
- von Ferienorten an der Ostsee:
von Flensburg über A7 bis Ausfahrt Rendsburg/Büdelsdorf, nach rechts über B203 bis Heide, weiter auf der B5 Richtung Marne, bei Trennewurth rechts ab Richtung Friedrichskoog, vor dem Ort der Ausschilderung folgen,
von Eckernförde über B203 bis Heide, weiter auf der B5 Richtung Marne, bei Trennewurth rechts ab Richtung Friedrichskoog, vor dem Ort der Ausschilderung folgen
von Ostholstein über B202 über Kiel, dann Autobahn A210 bis Autobahn A7, nach rechts auf die A7 Richtung Flensburg, über den Nordostsee-Kanal, dann Ausfahrt Rendsburg/Büdelsdorf, nach rechts über B203 bis Heide, weiter auf der B5 Richtung Marne, bei Trennewurth rechts ab Richtung Friedrichskoog, vor dem Ort der Ausschilderung folgen

Anschrift:
- Seehundstation Friedrichskoog e.V. - Information, Aufzucht, Forschung - An der Seeschleuse 4 - 25718 Friedrichskoog - Tel. 04854/1372 - Fax. 04854/9231, E-Mail: , Internet: www.seehundstation-friedrichskoog.de
- Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V., Krusenrotter Weg 67, 24113 Kiel, Tel. 0431/683601
- Nordseebad Friedrichskoog, Kurverwaltung, Koogstraße 66, 25718 Friedrichskoog, Info-Telefon:
04854/1084, Fax 04854/850

 Weitere Informationen im Internet

Nordseebad Friedrichskoog (ext.)

 Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog (ext.)

Schiffstouren zu den Seehundbänken

Wattenmeer-Infozentrum Wiedingharde (Klanxbüll)

Nationalpark Wattenmeer (ext.)

Schutzstation Wattenmeer (ext.)

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