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Museen in Schleswig-Holstein 
 Wikinger Museum Haithabu, bei Schleswig

Haithabu war in der Wikingerzeit einer der bedeutendsten Siedlungsplätze Nordeuropas. Hier liefen die wichtigsten Fernhandelswege zusammen. Lange Zeit war die genau Lage der alten Wikingerstadt unbekannt. So suchten viele Forscher vergebens nach möglichen Überresten.

1897 gelangte der dänische Archäologe Sophus Müller zu der Auffassung, daß Haithabu innerhalb des Halbkreiswalles liegen müsse, etwas, daß noch kein Mensch zuvor in Erwägung gebracht hatte. Diese These wurde bereits im Jahre 1900 glänzend durch eine Ausgrabung bestätigt.

Heute noch umschließt ein mächtiger Halbkreiswall das ehemalige Siedlungsgebiet am Haddebyer Noor. Nach Westen erstreckt sich das eindrucksvolle Befestigungssystem des Danewerks.

Die wichtigsten Funde aus über 80 Jahren archäologischer Arbeit sind nun im Wikinger Museum Haithabu zu sehen. So auch das 1979 mit Hilfe des Bergebauwerkes geborgene Wikingerschiff.

 Geschichte

Am Ende der Schlei, einer Ostseebucht, die bis tief ins Land hineinreicht, gründeten die Wikinger um 800 ihr Handelszentrum Haithabu am Rande des Machtsbereiches der Sachsenkönige. Noch heute gilt der Siedlungsraum Haithabu/Schleswig als die älteste Stadtgründung des gesamten Ostseeraumes (weitere Informationen hier).

An dieser "Taille" des Landes betrug der Abstand zwischen Nord- und Ostsee damals weniger als 15 km. Somit konnten die Langboote von der Nordsee (ehemaliger Hafen Hollingstedt) über Land auf Rollen bis zum Hafen Haithabu gelangen - und umgekehrt. So blühte der Handel zwischen Nordsee/Mittelmeer und Ostsee unter Umgehung des langen Weges um Skagen. Die selbe Idee bewegte Kaiser Wilhelm zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals.

Nachdem das kriegerische Volk der Wenden 1066 das Handelszentrum Haithabu zerstörte, erblühte einige Kilometer weiter nördlich die Stadt Schleswig.

An diesem Ort mit seiner internationalen Bevölkerung konnte die christliche Mission Fuß fassen. Das Handwerk wies in der Fertigung zahlreicher Güter einen hohen Entwicklungsstand auf. Das Leben in einer derart vielschichtigen Siedlung trug bereits Merkmale einer mittelalterlichen Stadt.

 Kleiner Museumsführer

Das WIKINGER MUSEUM HAITHABU ist Teil des Archäologischen Landesmuseums Schloß Gottorf. Das 1985 eröffnete Museum (sieben Hallen) ist der Archäologie und Geschichte der Siedlung Haithabu gewidmet. Es liegt in unmittelbarer Nähe der historischen Stätte.

Die Schausammlung informiert anhand des archäologischen Fundmaterials umfassend über die Fragen und Ergebnisse der Forschung. Die Siedlung, ihre Bauwerke und Befestigungsanlagen werden in Rekonstruktionen und Modellen dargestellt. Funde zu den Themenbereichen Haushalt und Wohnen, Ernährung, Bekleidung und Schmuck vermitteln eine Vorstellung vom Alltagsleben.

Heidnische und christliche Religion, Bestattungssitten, Runensteine und Schrift sind weitere Themen. Das Handwerk, der Handel sowie die Stadtentwicklung von Haithabu und Schleswig bilden Schwerpunkte der Präsentation.

In der Schiffshalle wurde das Langschiff vor den Augen der Besucher wieder aufgebaut. Filme über die archäologischen Forschungen und die Welt der Wikinger werden regelmässig gezeigt.

Die gut ausgebildeten Moderatoren des Museums führen Sie das ganze Jahr über durch das historische Gelände von Haithabu. Die Führungen, die auf deutsch, dänisch, englisch, französisch oder russisch abgehalten werden, müssen unter der Telefonnummer (04621) 813 222 oder unter Fax (04621) 813 555 vorbestellt werden. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen. Kosten bis 25 Personen ab 35,00 € + Eintritt fremdsprachig ab 40,00 € + Eintritt.

In seiner Praktiumsarbeit von 1997 vermittelt der Flensburger Schüler Alexander Haack seinen persönlichen Museums-Einblick.

 Projekt "Archäologie hautnah" 2006

Es ist schon zur Tradition geworden. Im Museums-Sommer bietet das Wikingermuseum "Archäologie hautnah". Unter dem Motto "Handwerk der Wikinger im Experiment" werden den Besuchern dieses Jahr spannende Einblicke in das Alltagsleben der Wikinger von vor fast 1.000 Jahren vermittelt. Die Vorführungen der Handwerker richten sich nach Erkenntnissen, die Archäologen bei Ausgrabungen gewonnen haben.
- 07./09. Juli Glas in der Glut - Perlen am Feuer geformt (Kerstin Schwämmle )
-
10.-16. Juli Treiben und Strecken, Tordieren und und Granulieren - Schmuck aus der Silberschmiede
- 08,/09. Juli Angel, Netz und Reuse - Fischfang im Haddebyer Noor (Jörg Nadler)
- 22./23. Juli Amboss, Hammer und Zange - Messerklingen im Feuer verschweißt
- 29./30. Juli Model, Form und Tiegel - Bronzeschmuck in Haithabu

Am 8. und 9. Juli 2006 (Sa/So von 09.00 bis 17.00) präsentiert das Wikinger-Museum auf der Freifläche vor dem Museum "Was blüht denn da in Haithabu". Dort sind in den zurückliegenden Jahren Wildstauden angesiedelt worden, wie sie schon vor mehr als tausend Jahren hier am Orte wuchsen.

Bei den Ausgrabungen in Haithabu wurden seinerzeit auch botanische Funde – Pflanzenreste, Samen und Pollen – geborgen und eingehend untersucht.
Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse war es möglich, rund um die Museumsgebäude einen „Garten“ der wikingerzeitlichen Pflanzenwelt anzulegen. Dort findet der aufmerksame Besucher neben der Himmelsleiter, dem Eibisch und Engelwurz, Blutwurz und Gänsefingerkraut, Kriechendem Günsel und Reiherschnabel eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Pflanzen. Viele davon wurden wahrscheinlich schon in der Wikingerzeit zu Würz- und Heilzwecken genutzt oder spielten eine Rolle in Haus- und Handwerk.

Vorträge und Führungen durch die Anpflanzungen werden jeweils zur vollen Stunde angeboten. Außerdem findet eine Beratung zur Anpflanzung von Wildstauden im eigenen Garten statt. Archäologisch-botanische Exkursionen in das historische Gelände unter der Leitung von Dr. Helmut Kroll von der Universität in Kiel bieten einen spannenden Einblick in die Nutzung natürlicher Ressourcen.

In diesem Jahr wird es eine Buchpräsentation geben: „Holunder, Dost und Gänseblümchen – Eine literarisch, kulinarische Begegnung mit den essbaren einheimischen Wildpflanzen.“ Heide Hasskerl, Schriftstellerin, liest aus ihrem gleichnamigen Buch, plaudert, diskutiert und präsentiert Kleinode wie Wildkrautlimonade, Wild-Blütengelee und herzhafte Wildpflanzenaufstriche.

Für Interessierte besteht die Möglichkeit, Pflanzen und Saatgut sowie verschiedenste Kräuter für Tee und zum Würzen einzukaufen. Außerdem werden Flechtzäune, Flechtwände für den Garten, Rankhilfen, Beetumrandungen und Körbe angeboten.

In der Gaststätte des Museums kann man Spezialitäten wie Zanderklößchen mit Flusskrebsschwänzen in Sauerampfersauce und verschiedene Gerichte mit Sammelkräutern aus Haithabu kosten.

 Sonderausstellung zu den geophysikalischen Untersuchungen 2004

2004 präsentierte das Wikingermuseum in einer Sonderausstellung die ersten Ergebnisse der umfassenden geophysikalischen Untersuchung des Geländes der alten Handelsmetropole der Wikinger. Archäologiedirektor Professor Dr. Claus von Carnap-Bornheim bewertete diese neuen Erkenntnisse als "sensationell". Zum ersten Mal in der 100jährigen Forschungsgeschichte Haithabus konnte für das gesamte - 26 Hektar grosse - Siedlungsgebiet ein zusammenhängender Überblick gewonnen werden.

Selbst die kleinsten Wege, Häuserumrisse oder Zäune können nach der Computerauswertung visualisert werden. Dabei ist zu erkennen, so Professor Carnap-Bornheim, dass die Wikingerweltstadt Haithabu über ein geordnetes Bebauungssystem verfügte. Im Museum hängt diese neun Quadratmeter große Karte der Computerauswertung aus und vermittelt ein ganz neues Bild vom unterirdischen Haithabu. Täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

 "8. Herbstmesse" - alljährlich am ersten November-Wochenende - 03. und 04.11.2007 von 10 bis 18.00 Uhr

"Im Herbst kehren die letzten Schiffe von ihren langen Reisen heim. Auf den Schiffsländen der Stadt Haithabu beziehen sie ihr Winterlager. - Vor dem Winter halten die Händler am Orte eine Herbstmesse ab, auf der sie herangeschaffte Ware aus fernen Ländern und einheimische Produkte feilbieten. Gute Gelegenheit, sich lang gehegte Wünsche zu erfüllen, den Hausstand zu ergänzen und letzte Wintervorräte anzulegen. Der Markt ist gleichzeitig willkommener Treffpunkt für Freunde und Verwandte ..."

Das Konzept sieht vor, zwischen den archäologischen Fundstücken und den ca. 27 Händlern einen Bezug herzustellen. "Die Stände sind bestimmten Vitrinen zugeordnet", so Museumsleiterin Ute Drews.

Ca. 6000 Besucher bewunderten im letzten Jahr das Leben der Nordmänner, informierten sich über den Handel und das umfangreiche Handwerk der Wikinger. Hier wurden Handelsgüter mit einem jeweiligen Bezug zu Haithabu gezeigt. Einige Aussteller kamen sogar aus dem benachbarten Dänemark, Lettland, Englandund natürlich aus Schleswig.

Auch für das allgemeine leibliche Wohl ist gesorgt: Wikinger-Blut, Honig-Met, Wikinger-Brot, div. Käsesortenund andere Spezialitäten können auf der Herbstmesse gekauft werden.

Zum Rahmenprogramm gehören Filmvorführungen und Vortragsveranstaltungen. Sie beschäftigen sich mit dem Alltag der Wikinger.

 Aktuelle Projekte

Ab dem Sommer 2005 wird im ehemaligen Siedlungsgelände von Haithabu die Rekonstruktion von wikingerzeitlichen Häusern für die Besucher zu beobachten sein. Insgesamt sieben Häuser werden nach den originalen Baubefunden der Siedlungsgrabung im Laufe der nächsten Jahre rekonstruiert. In den Häusern wird das wikingerzeitliche Leben nachgestellt. So können die Besucher einen unmittelbaren Einblick in die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten zur Wikingerzeit in Haithabu gewinnen.

Die Häuser stehen an historischer Stelle im Halbkreisrund des ehemaligen Schutzwalles von Haithabu, wo sie schon 870 n.C. gestanden hatten. Vom Wikingermuseum dauert der Fußweg ca. 10 Min.: Wobei man über einen Teil des Schutzwalles mit einem guten Überblick über das Noor oder über einen Anfahrtsweg gehen kann. Um den Gesamteindruck zu unterstreichen, weiden Schafe und Highlandrinder auf den umliegenden Wiesen - Rassen, die annähernd den vor-mittelalterlichen Tieren gleichen.

Seit dem 8. April 2006 sind die beiden ersten fertiggestellten Häuser beim Wikinger Museum Haithabu zu besichtigen. Im Beisein von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen übergab der Direktor des Archäologischen Landesmuseums, Prof. Dr. Claus von Carnap Bornheim, die Häuser ihrer Bestimmung. Die Häuser sind wie das Wikinger Museum Haithabu nun täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Im Eintritt des Museums enthalten!

Die Rückkehr der Wikinger am 3./4. Juli 2004 in Haithabu
Für ein Wochenende erwachte die einstige Wikingersiedlung Haithabu zu neuem Leben: mit der „Rückkehr der Wikinger“ fandt ein großes Wikingerfest zum 1200-jährigen Stadtjubiläum von Haithabu/Schleswig statt. Im Jahre 804 erwähnen fränkische Geschichtsschreiber die Stadt zum ersten Mal. Rund 300 Jahre war Haithabu ein blühender Handelsplatz, bis die Siedlung sich an das Nordufer der Schlei verlagerte. Über 200 Handwerker und Händler aus aller Herren Länder sowie Musikanten, Wikingerschiffe und Tiere bevölkerten den Marktplatz direkt neben dem historischen Gelände.
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 Wichtige Informationen

Anfahrt:
über die Autobahn A7 Abfahrt Schleswig oder Schleswig-Schuby, dann auf die B 76, Abfahrt Schleswig-Eckernförde auf die B76 Richtung Eckernförde, nach ca. 1 km folgt nacht rechts die Ausschilderung zum Museum (auf der linken Seite alter Gasthof und Campingplatz)

Öffnungszeiten/Eintrittspreise:
April bis Oktober: 9:00 - 17:00 Uhr, täglich geöffnet
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10 - 16:00 Uhr, (montags geschlossen)
Am 24.12., 25.12., 31.12., und 1. Januar ist das Museum geschlossen. Für das Café gelten die Öffnungszeiten des Museums. Tischbestellungen für Gruppen sind möglich, Tel. / Fax (04621) 35343. In den Monaten Januar und Februar ist das Café geschlossen. Erwachsene € 4,00, Familienkarte (Eltern mit Kindern und Jugendlichen
unter 16 Jahren), € 9,00, Schüler ab 6 Jahren, Auszubildende und Studierende, Schwerbehinderte und Personen, für die besondere Regeln gelten € 2,50, ermäßigte Gruppentarife

Geländeführungen zu den historischen Stätten können vermittelt werden, Tel. (04621) 813-300

Anschrift:
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, 24837 Schleswig, Tel. 04621/813-300, Fax 04621/813-535 , Internetseite des Wikinger Museums, Internetadresse des Café: "www.wikinger-cafe.de"

 Weitere Informationen über die Region im Internet

 kleiner Stadtführer Schleswig

 Stadt-Server "www.schleswig.de"

 Wikingertage in Schleswig

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