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Sehenswürdigkeiten 
 Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig
Über Jahrhunderte war das Schloß Gottorf Mittelpunkt der Macht und Dreh- und Angelpunkt der Geschichte Schleswig-Holsteins. Erst in diesem Jahrhundert wurde Kiel der offizielle Regierungssitz dieses Landes.

Seit 50 Jahren beherbergt Schloß Gottorf in der "Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf" zwei Museen: das Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum.

Seit 1999 werden wieder die berühmten Moorleichen, Zeugen einer vergangenen Zeit, in Gottorf gezeigt.

 Geschichte

Die Geschichte beginnt im Jahre 1268. Die Herzöge des Fürstentums Gottorf bauten auf einer Insel im See vor der Stadt Schleswig ihre anfangs doch eher bescheidene Residenz.

Der heutige Bau entstand hauptsächlich im 16. und 17. Jahrhundert. In dieser Zeit wuchs die Macht und Bedeutung der beiden Fürstentümer. Das Schloß wurde beständig erweitert.

Der letzte Gottorfer Herzog, Friedrich IV. ließ den monumentalen Südflügel erstellen. Der Bau wurde 1703 vollendet. Friedrich starb vorher im Jahre 1702 im Polenfeldzug seines Schwagers König Karl XII. von Schweden.

Im Nordischen Krieg (von - bis) kämpfte Gottorf ebenfalls auf der Seite der Schweden gegen die Dänen.

Als die Dänen 1713 siegten, wurde Gottorf von den siegreichen Dänen besetzt. Schloß Gottorf war fortan Stammsitz der Statthalter der dänischen Könige.

So residierte der Landgraf Carl von Hessen, Schwager des dänischen Königs, von 1768 bis zu seinem Tode im Jahre 1836 in Gottorf.

Während der Freiheitskämpfe der Schleswig-Holsteiner gegen die dänische Krone wurde das Schloß im Jahre 1848 Sitz der revolutionären Landesregierung.

Mit der Niederlage der Schleswig-Holsteiner am 25. April 1850 bei Idstedt endete diese Epoche des Schlosses. Ab 1852 waren beide Herzogtümer wieder im Besitz der dänischen Krone.

1864 entbrannte der zweite Krieg um den Besitz von Schleswig und Holstein. Die Preußen siegten und zwangen die Dänen zum Rückzug aus den beiden Herzogtümern. Schleswig-Holstein wurde somit im Jahre 1867 preußische Provinz. Schleswig wurde preußische Garnisonsstadt. Schloß Gottorf beherbergte den preußischen Kommandanten.

 Schloßbesichtigungen
Nehmen Sie sich die Zeit, das Schloß zu besichtigen. Besonders sehenswert sind: die gotische Halle, auch als Königshalle bekannt, die Schloßkapelle mit der herzoglichen Betstube, der Hirschsaal und der "Blaue Saal".
 Archäologisches Landesmuseum

Das Archäologische Landesmuseum - unter der Leitung von Direktor Professor Dr. Claus von Carnap-Bornheim - gehört zu den ältesten Urgeschichtsmuseen Deutschlands. In ihm wird die archäologisch dokumentierte Landesgeschichte von den Jägern und Sammlern der Altsteinzeit bis zu den Bürgern der mittelalterlichen Stadt präsentiert.

Die Ausstellungen "Steinzeitliche Jäger und Fischer": Die frühesten Zeugnisse menschlichen Lebens in Schleswig-Holstein stammen vom Neandertaler und sind etwa 120.000 Jahre alt: ein Faustkeil, einige Schaber, Abschläge und Kernsteine.

Die "Kultur der ersten Bauern Die Jungsteinzeit in Schleswig-Holstein" Seit der Mitte des 5. Jahrtausends dringen Einflüsse südlicher Bauernkulturen in das norddeutsche Flachland ein. Dies führt zu einem zunächst nur zögerlichen Wandel der Wirtschafts- und Lebensweise. Es gibt erste Hinweise auf Haustierhaltung und Getreideanbau.

Das Mittelalter im Spiegel archäologischer Funde steht im Zentrum der Ausstellung "Dorf - Burg - Kirche - Stadt - Schleswig-Holstein im Mittelalter". Grabungsfunde und Modelle, ergänzt durch Grafiken und Texte, veranschaulichen das Leben der Menschen auf dem Land und in den Städten.

Im neugestalteten Exerzierhaus ist dasNydam-Boot zu sehen.

Das Wikinger Museum Haithabu, eine Dependance des Archäologischen Landesmuseums, liegt in unmittelbarer Nähe der historischen Städte am Haddebyer Noor. Es ist der Archäologie und Geschichte der Wikinger Siedlung Haithabu gewidmet.

 Neubau des historischen "Globushauses" 2004
Der 27. Juli 2004 wird in die Schleswiger Geschichte eingehen: Königen Margrethe II. aus Dänemark kommt zur Einweihung des Gottorfer Globushauses mit dem neu erbauten Globus. Es bildet das Zentrum des Fürstengartens, der nach 350-jährigen "Dornröschenschlaf" ebenfalls wieder zum Leben erweckt werden sollte.

Als vor gut 350 Jahren das Original an gleicher Stelle entstand, dürfte der Auftrageber - Herzog Friedrich III. von Gottorf - jeden Tag die 500 Meter vom Schloss zum fürstlichen Gartengelände spaziert sein, um zu begutachten, was die tüchtigen Handwerker dort unter Leitung seines Hofgelehrten Adam Olerius erschaffen. Heute ist es Dr. Ulrich Schneider - Leiter der Gottorfer Projekt Globushaus und Fürstengarten -, der die Baufortschritte mit Spannung verfolgt. Ein detailgetreues Abbild des legendären Gottorfer Globusses, an dem auch Zar Peter der Große so sehr gefallen fand, dass er ihn 1713 zu sich nach St.Petersburg holen ließ, wird es nicht geben. "Wohl aber der Versuch einer größtmöglichen Annäherung." sagt Ulrich Schneider.

Um 1650 setzte der als Genial geltende Schmiedemeister Andreas Bösch die Globus-Pläne zusammen mit Schleswiger Fachleuten um. Jetzt ist es der nicht weniger geniale Schleswiger Maschinbauer Jochen Sörensen, der den neuzeitlichen Gottorfer Globus rekonstruiert. Mehrmals ist er nach St.Petersburg gefahren, um dort am Original einige Details zu studieren. So ist die Luke, durch die etwa zehn bis zwölf Personen ins Innere der Globuskugel gelangen, noch gut erhalten. Wenn Königin Margrethe am 27. Juli kommt, wird sie durch die Luke des Globus-Nachbaus steigen und eintauchen können in die astronomische Vorstellungswelt unserer Vorfahren im 17. Jahrhundert.

Globus schwebt im Raum
Die rekonstruktuierte 3,11 Meter große Globuskugel wird im ersten Stock des Globushauses fast wie im freien Raum schweben. Dieser Anschein wird dadurch erweckt, indem die Kugel an einer langen Achse fest verankert sein wird. Diese zieht sich von oben nach unten durch und mündet im Erdreich. "Die Achse verläuft parallel zur wirklichen Erdachse.", erläutert Dr. Ulrich Schneider. Das Gertriebe für die Globus- Motoren, Zahnräder und Elektronik - verbirgt sich in der Zwischendecke.

Um Besuchern Eindrücke darüber zu vermitteln, womit Gottorf seinen Ruf als blühende Residenz im 17. Jahrhundert begründet hat, sind im 64 großen Quadratmeter großen Erdgeschoss Ausstellungen vorgesehen. Dort wird hervorgehoben, warum der Globus als Wunderwerk seiner Zeit galt, warum er die Handwerkskunst, den neusten Stand der Naturwissenschaft und der Technik symbolisierte. Und warum dieses Wunderwerk die damalige High Society sowie Wissenschaftler aus ganz Europa anlockte.

Der nach italienischem Vorbild angelegte fünfstufige Terassengarten vervollständigte das Herrschaftsbild der Gottorfer Herzöge. Die Topografie dieses Barockgartens hat sich bis heute erhalten. Schon in diesem Sommer wird die erste der fünf Stufen hergestellt sein. Eine neue faszinierende Welt wartet auf Gottorf-Besucher.

 Wichtige Informationen

Anfahrt:
über die Autobahn A7 Abfahrt Schleswig oder Schleswig-Schuby, dann auf die B 76, Abfahrt Schleswig-Innenstadt, anschließend der Beschilderung folgen, das Schloß liegt unübersehbar auf der linken Seite, Parkplätze vorhanden

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: 9:00 - 17:00 Uhr, täglich geöffnet November bis Februar: Dienstag bis Sonntag 9:30 - 16:00 Uhr, (montags geschlossen)

Anschrift:
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, 24837 Schleswig, Tel. 04621/813-300, Fax 04621/813-535, Internet: www.schloss-gottorf.de

 Weitere Informationen über Schleswig im Internet

 kleiner Stadtführer Schleswig

 Stadt-Server "www.schleswig.de"

 Wikingertage in Schleswig

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