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Grundbesitzer und somit Pachtherr der Schafflunder Wassermühle steht
von 1477 an das Schleswiger Domcapitel in den Annalen. Der damalige Erwerb
der "Molen to Schaftling" ist die älteste Erwähnung der Mühle
(1477). Der Arbeitskreis Dorfgeschichte ist sich sicher, daß sie
schon Jahrhunderte vorher gebaut wurde.
Zu
den durch Ankäufe ständig erweiterten Besitztümer das Domcapitels
gehörte außerdem eine Reihe weiterer Güter und Höfe,
so daß die sich aus dem Mühlenzwang in Zeiten der Feudalherrschaft
(13. bis 17.Jahrhundert) ergebenden sogenannten Zwangsgästen des
Schafflunder Mühlenbereiches weit verstreut waren. R. Meiborg schreibt:
"Zur Schafflunder Mühle war 1778 fast die ganze Wiesharde, die Hälfte
der Karrharde und eine Ecke der alten Nordergoesharde pflichtig; ihr Bezirk,
ungefähr 10 Quadratmeilen groß, erstreckte sich von Wanderup
bei Översee bis Bau, und von den Thoren Flensburgs bis an die Marsch
... Hier lagen achtzehn mühlenpflichtige Dörfer mit 102 Mahlgästen;
die am fernsten Wohnenden hatten - hin und zurück - sechs Meilen
auf erbärmlichen Sandwegen zurückzulegen."
Der
älteste bekannte Müller der Schafflunder Mühle ist wohl
Gottborch Clausen gewesen, und zwar von 1580 bis 1603. Danach folgte bis
1629 sein Sohn Claus Gottburgsen. Der älteste noch bewahrte Pachtvertrag
wurde 1629 zwischen Gottber Clausen und dem Schleswiger Domcapitel abgeschlossen.
Er konnte bisher nur unvollständig entziffert werden. Der Sinn ist
jedoch zweifelsfrei zu entnehmen: Im Auftrage des Schleswiger Domcapitels
verfestete (verpachtete) Johan Schönberg die Mühle gegen eine
Entgelt (Festegeld) von 25 Reichstalern an Gottber Clausen. dieser übernahm
die Mühle mit allen Ländereien, wie sein Vater, auf Lebenszeit.
Er mußte
sie auf eigene Kosten unterhalten und bekam dafür freies Holz aus
den Waldungen des Domcapitels. Die jährliche Abgift (Pachtzins) sollte
er pünktlich bezahlen.
Gottber
Clausen war jedoch mit 17 Jahren wahrscheinlich den Anforderungen nicht
gewachsen: In einer Urkunde von 1636 wird festgestellt, daß er die
Mühle, weil sie ganz baufällig sei und fast von Grund auf repariert
werden müsse, nicht länger unterhalten könne. Deshalb mußte
er sie schon nach sieben Jahren an den Flensburger Müllersohn Caspar
Kühl abtreten. Auch
ihm wurde sie mit dem dazugehörigen Mühlenteich, der Fischerei
und den Ländereien auf Lebenszeit verfestet. Caspar Kühl heiratet
1640 die Schwester Gottbers, Momme Clausen. seitdem blieb die Mühle
nahezu 150 Jahre in der Erbpacht der Familie Kühl.
Aufgrund
des weiten Zwangsbereiches und wohl auch der langen Erbpachtfolge der
Familie Kühl konnten die Schafflunder Müller beträchtlichen
Reichtum ansammeln. Meiborg schreibt noch Ende des vorigen Jahrhunderts:
"Die Schafflunder Mühle ...gehörte zu den ansehnlichsten Bauten
des mittleren Schleswigs. Leider hat man mit ihr übel verfahren,
und namentlich die Vorderseite hat ihr eigentümliches Gepräge
ganz eingebüßt..."
Hinter
der Mühle im Garten lag lange Jahre eine Stampfmühle, 1673 zum
ersten Mal erwähnt. Sie wurde von Wasser der Meyn-Au angetrieben,
die früher durch einen zweiten kleineren Teich hindurch südlich
um Gebäude und garten herum verlief. Die Stampfmühle war für
den Müller ein lohnendes Zusatzgeschäft. In ihr wurden handgewebte
Stoffe durch Holzblöcke, deren Auf- und Abbewegung mit Wasserkraft
erfolgte, in großen Bottichen in einem Gemisch von Wasser und Lehm
gestampft. Dadurch wurden die Stoffe weich und schmiegsam. Aus einer Abrechnung
ergibt sich, daß Färber aus Husum, Bredstedt, Niebüll,
leck, Flensburg, Broakker und Schleswig Stoffe zum Stampfen lieferten.
Auch in Schafflund selber war eine Färberfamilie angesiedelt. Um
die Jahrhundertwende gingen die Stampfmühlen durch das Aufkommen
der Fabrikstoffe ein.
Die
Stillegung der alten Mühle im Jahre 1961 veränderte nicht nur
die Au und den Mühlenteich. So wurde nach dem Verkauf des Staurechts
1962 an den Wasser- und Bodenverband verkauft. Der ließ den Mühlenteich
im Zuge der Begradigung und Ausbau der Au fast völlig verschwinden.
Das Rad kam damals samt Antriebsteilen nach Molfsee ins Freilichtmuseum,
um dort die Ruruper Mühle zu vervollständigen. Das Haus um das
Wasserrad herum verschwand. Die Kunstschätze haben im Flensburger
Museum ihren Platz gefunden.
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