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Geschichte
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| "Lisa von Lübeck" - Neubau einer hanseatischen Karweel aus dem 15. Jahrhundert | |
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Eichenplanken zurück in das Zeitalter der Hansa In Lübeck erlebte die Hanse-Schifffahrt eine Renaissance. 40 ungelernte Arbeiter und 20 Facharbeiter bauten dort von 1999 bis 2004 an einem Nachbau einer Kraweel - einem typischen Hanseschiff des 15. Jahrhunderts - 2004 unternahm der mittelalterliche Segler seine Jungfernfahrt. - (modifizierter Artikel von Manfred Rüscher im Flensburger Tageblatt Winter 2002)
Träger ist die gemeinnützige "Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck" (eigene Internetseiten der Lisa), die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Im Sommer 1999 war die Kiellegung für das mittelalterliche Frachtschiff und mittlerweile sind die Konturen des hölzernen Rumpfes schon klar zu erkennen. Acht Zentimeter dicke Eichenplanken werden mit daumendicken, handgeschmiedeten Nägeln am Schiffsgerippe befestigt. Die Außenhaut der Kraweel, wie der Schiffstyp genannt wird, ist glatt. Die den meisten bekannte Kogge - Vorgängerin der Kraweel - besaß dagegen eine dachziegelartige überlappende Beplankung. "Am besten ist die Bezeichnung Hanseschiff", rät Burkhard Range, denn Schiffe dieser Bauart liefen vornehmlich die Häfen der Hansestädte an. Die Planung des Nachbaus war zunächst schwierig. "Es gibt leider keine Funde oder Baupläne", erklärt Bange. Fündig wurden die Schiffbauer bei ihrer Suche nach Vorbildern in der Lübecker Marienkirche auf einem Altarbild des Bergenfahreraltars. Unterstützt wurden sie bei der Rekonstruktion außerdem von der Technischen Universität Berlin, dem Schifffahrtsmuseum Bremerhaven und dem Hamburger Peter Tamm. Das dreimastige Hanseschiff soll später auch tatsächlich fahren. "Zum Hansetag im Jahr 2004 werden wir nach Turku in Finnland segeln", sagt Bange. Zudem soll es als schwimmende Botschafterin der Hansestadt sowie für Charterfahrten eingesetzt werden. Gebaut wird das Hanseschiff innerhalb einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme von 40 ungelernten Jungerwachsenen. Sie sollen Fertigkeiten und Kenntnisse im Bereich der Holz- und Metallverarbeitung vermittelt bekommen, die ihnen einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern. Unterstützt werden die Jugendlichen von 20 älteren Facharbeitern, deren Chef der Lübecker Bootsbaumeister Heino Schmarje ist. "Wir arbeiten hier im Bereich der Experimental-Archäologie", betont Bange. So stehe noch nicht fest, aus welchem Material die 300 qm Segelfläche gefertigt werden. "Vermutlich Kunstfaser", sagt Bange. Das sei zwar ein Kompromiss, "aber dieses Material ist einfacher zu pflegen." Weil das Hanseschiff, das nach seiner Mäzenin Lisa Dräger benannt wird, mit Passagieren fahren soll, müssen bestimmte Sicherheitsbestimmungen erfüllt werden: "Das Radar wird im Mastkorb verstekt", schmunzelt Bange. Auch ein Motor, ein Bugstrahlruder und Rettungsinseln wird die Kraweel im Gegensatz zu ihrem historischen Vorbild bekommen. Mit der Deckbeplankung werden rund 4.100 Meter Plankenholz verarbeitet, alles Eichen aus dem Lübecker Stadtwald. 170 Eichen wurden gefällt. "Die sind vor mehr als 200 Jahren extra für den Bau von Schiffen angepflanzt worden - jetzt erfüllen sie tatsächlich ihren Zweck", erzählt der Projektleiter. Für die Zukunft kann sich Bange für die Hansestadt gut ein Technisches Museum zur Lübecker Hafengeschichte vorstellen. "Es gibt rund ein Dutzend Museen in Lübeck, aber außer der Geschichtswerkstatt in Herrenwyk keines, das sich mit Technik befasst. Vielleicht wäre ja eine Verbindung mit dem geplanten Hansemuseum denkbar", überlegt Bange. Zumindest der Standort für ein Technikmuseum steht für den Kraweel-Bauer schon fest: Die nördliche Wallhalbinsel, wo bereits ein denkmalgeschützter Elektrokran steht. |
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