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Auf
der Insel Fehmarn lebten im Ort Landkirchen ein armer Schuster und ein
armer Schneider. Dem Schneider gings aber noch schlimmer, da er einen
Buckel hatte und von allen deshalb verspottet wurde. Eines Nachts ging
er an der Kirche vorbei. Aus dem Gotteshaus drang ein lauter Lärm
und anhaltendes Poltern. Als er nach dem Rechten sehen wollte, erschrack
er heftig.
In der
Kirche traf er auf den Teufel, der einfach schrecklich aussah. Die gesamte
Kirche stank fürchterlich nach Schwefel. Der Teufel war mit der gesamten
Höllenbrut versammelt. Die kleinen Teufel amüsierten sich köstlich.
Sie kegelten mit den Köpfen der Verstorbenen aus der Gruft. Und da
kam der Schneider gerade recht. Der total verängstigte Mann mußte
wieder und wieder die Kegel aufstellen. Dann schlug die Uhr eins. Die
kleinen Teufel sprangen zurück in die Hölle. Die Schädel
rollten in die Gruft. Der Oberteufel aber war von der Arbeit des Schneiders
so angetan, daß er dem verdutzten Mann einen Wunsch freistellte.
Der völlig verängstigte Schneider wünschte sich seinen
Buckel fort. Der Teufel schlug ihm dreimal auf den Buckel. Der Schneider
fiel ohnmächtig um.
Als
er wieder aufwachte, war er alleine in der Kirche. Der Buckel war fort.
Statt dessen hing ihm ein Sack voller Gold über die Schulter. Glücklich
lief der Schneider nach Hause und erzählte seiner Frau von dem Glück.
Damit er das viele Gold zählen könne, schickte er seine Frau
zum Schuster, um eine Waage zu leihen. Die Schustersfrau verlieh die Waage.
Da sie aber neugierig war, bestrich sie die Waage heimlich mit Leim. So
blieben einige Goldstücke am Boden hängen. Die Schustersfrau
bedrängte nun die Frau des Schneiders so lange, bis diese das Geheimnis
preis gab. Sofort eilte der Schuster zum Schneider, damit dieser ihm half,
auch reich zu werden.
Der
Schneider ließ sich erweichen. Um Mitternacht schlichen sie zur
Kirche. Auch in dieser Nacht spielten die Teufel ihr makaberes Kegelspiel.
Schnell wurden die beiden Eindringlinge entdeckt. "Das ist also der Dank!",
schrie der Teufel den Schuster an. Wieder schlug im der Oberteufel dreimal
auf den Rücken. Und schwupp war der Buckel wieder da, größer
und häßlicher als vorher. Nach Hause zurückgekehrt fand
der Schuster seine Frau klagend vor. Das gesamte Gold hatte sich in stinkenden
Katzenkot verwandelt.
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