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"Jöölboom" - traditioneller Weihnachtsbaum der Sylter
Friesen - findet sich auch heute noch in vielen Häusern auf den Halligen
und Inseln der nordfriesischen Küste. Auch wenn der "Jöölboom"
in verschiedenen Formen angeboten wird, besteht die Basis aus einem Holzgestell
(früher oft ein Besenstiel) mit einem Standfuß, einer senkrechten
Stütze und zwei Querhölzern.
Das Holzgestell wird
von einem grünen Kranz aus Buchsbaum, Immergrün oder Efeu umgeben.
In früheren Zeiten war es an der friesischen Küste für
das einfache Volk fast unmöglich, zur Winterzeit an grüne Zweige
zu kommen. Noch vor gut hundert Jahren fand man den "Jöölboom"
in jeder Friesen-Stube. Erst um 1900 herum wurden zu Weihnachten die ersten
Tannenbäume auf die Insel und Halligen verschifft.
Das Holzgestell des
"Jöölboom" wird innerhalb des Kranzes mit Äpfeln,
Trockenpflaumen und den sog. "Popen" (Puppen), die aus Teig
gebacken werden, behängt. Diese Form des Weihnachtsgebäcks wird
als Ersatz für die vorchristlichen Opfergaben angesehen. Pferd, Hund
und Hahn - all diese "Popen" haben ihren Ursprung in der heidnischen
Symbolik, vermischt mit den christlichen Symbolen von Adam und Eva. Adam,
Eva und der "Lebensbaum" befinden sich am Fuß des "Jöölboom".
Darüber hängen Pferd, Hund und an der Spitze thront der Hahn.
Die Symbolik: Adam
und Eva mit dem "Lebensbaum" stehen für die Erkenntnis.
Das Pferd ist Ausdruck für Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Der
Hund symbolisiert die Treue. Der Hahn schließlich bezeichnet die
Wachsamkeit (ähnlich wie er auch seine Position auf der Kirchturmspitze
hat). Die Äpfel stehen für die ewige Keimkraft. Der grüne
Kranz versinnbildlicht den Sonnenlauf des Jahres.
Der "Jöölboom"
wird in einigen friesischen Dialekten (Föhr, Amrum und den Halligen)
auch als "Kenkenbuum", "Kinkenbuum" (kinken/kenken
= Christkind) oder "Jülbuum" bezeichnet. Hier finden sich
auch noch andere "Popen" - auch "kenkentjüch"
benannt - wie Schaf/Lamm, Kuh, Pferd, Schwein, Fisch, Segelschiff und
Mühle. Ketten aus getrockneten Rosinen gehörten auch noch zum
Schmuck. Die "Opfergaben" sollten wohl für ein wirtschaftlich
erfolgreiches Jahr der damaligen Bauern, Fischer und Seefahrer sorgen.
In vielen nordfriesischen Bäckereien kann man das "kenkentjüch"
während der Weihnachtszeit auch so kaufen.
Wann und wo dieser
friesische Weihnachtsschmuck entstand, ist nicht geklärt. Der Namen
"Jööl" leitet sich vielleicht aus dem skandinavischem
"Jol" von lat. joculus = Freude ab. Eine weitere Erklärung
wäre das nordische "hjul" = Rad. Damit wäre dann das
"Zeitrad" gemeint, das nach alten, nordischen Vorstellungen
um die Jahreswende ruht, um dann für das kommende Jahr neuen Schwung
zu holen.
Während der
Advents- und Weihnachtszeit wurde der "Jöölboom" in
den letzten Jahren bei den Feriengästen an der nordfriesischen Küste
zum beliebten Weihnachtsgeschenk.
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