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 Geschichte des Adventskalenders

Jedes Jahr in der vorweihnachtlichen Zeit hängt er in Millionen von deutschen aber auch europäischen Wohnzimmern: Der Adventskalender in gedruckter Form mit den 24 Türchen – mit oder ohne Schokoladeninhalt, wo bis Weihnachten jeden Tag ein weiteres Türchen geöffnet wird. Er gilt als typisch deutsche Erfindung. Darüber besteht kein Zweifel. Unklar ist allerdings, wann und von wem er "erfunden" wurde.

Glaubt man den meisten Quellenangaben, so wurde der Adventskalender im Jahre 1903 (oder 1908) von der schwäbischen Familie Lang erfunden. Die Frau des Pastor Lang aus Maulbronn bei Pforzheim hatte für ihren Sohn Gerhard jedes Jahr 24 Gebäckstücke (sog. Wibele) auf einen Karton genäht. Jeden Tag durfte der Knabe ab dem 1. Dezember eines der schwäbischen Gebäcke aufessen.

Der erwachsene Gerhard Lang, Mitbesitzer einer Münchener Druckerei, setzte die Tradition seiner Mutter in die gedruckte „Urform“ unseres heutigen Adventskalenders um. Der „Urkalender“ des Jahres 1903 (oder 1908) war noch fensterlos und bestand aus zwei Blättern. Auf dem einen befanden sich weihnachtliche Gedichte, die in 24 nummerierten Kästen gedruckt waren. Auf dem zweiten Blatt waren Bilder aufgedruckt, die jeweils zu einem der 24 Gedicht paßten. Diese Bilder konnte man jeden Tag ausschneiden und zu dem jeweiligen Fenster dazukleben.

Der Erfinder Lang baute seine Idee in den folgenden Jahren weiter aus. Seine Kollektion an Adventskalender bot dann auch das „Christkindleinshaus zum Füllen mit Schokolade“ an, eine Version, die auch heute noch zu der beliebtesten Art von Adventskalendern zählt.

Während der Nazi-Zeit bis 1945 waren Adventskalender als christliche Symbole verboten und wurden durch „völkische Motive aus der nordischen Kultur“ ersetzt. Die Familien griffen zu Ersatzmitteln. So wurden z.B. die Adventskerzen mit 24 Markierungen hergestellt, wo täglich das entsprechende Stück abgebrannt wurde: Übrigens eine alte skandinavische Tradition. In Eigenregie stellten Familienväter auch kleine Schränkchen mit 24 Schubladen her, die dann mit Leckereien für die Kinder gefüllt waren.

Nach dem Krieg erlebten die gedruckten Adventskalender eine echte Blütezeit. Auch wenn die gedruckten Motive in den letzten Jahren um verschiedene Geschmäcker (Autos, Raumfahrt, Comics, etc.) optisch erweitert wurden, so dominiert heute immer noch der traditionelle, nostalgische Adventskalender.

In den Bastelläden werden weitere Varianten aus Holz, Pappe oder Stoff angeboten, so daß sich jeder Bastler seinen eigenen „Tageszähler“ zusammenbauen kann.

Einige Quellen führen den Grundgedanken eines Adventskalender allerdings auf das Jahr 1839 zurück. Damals hatte der Theologe Johann Hinrich Wichern in seiner evangelischen Stiftung „Das Rauhe Haus“ für verwahrloste und verwaiste Kinder in Hamburg den Adventskranz mit 24 Kerzen eingeführt. „Damit wollte Wichern die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest als Weg aus der Dunkelheit ins Licht veranschaulichen. Jeden Tag bis zum heiligen Abend wurde eine Kerze angezündet“, erklärt Uwe Mann van Velzen vom „Rauhen Haus“.

Bei den einfachen Familien im 19. Jhdt, die sich keine 24 Kerzen leisten konnten, wurden 24 Kreidestriche auf die Tür gemalt. Jeden Tag wurde ein Strich mehr weggewischt. Beliebt bei den Kinder war es auch, dem Christkind vom 1. bis 24. Dezember jeden Tag einen weiteren Strohhalm in die Krippe zu legen, um dem Christkind bei der Ankunft so ein weiches Bett anzubieten.

Unterschiedlich war auch die Auslegung, von wann bis wann die 24 Tage des Adventskalender benutzt wurden. Viele Christen benutzten ihn wärend der offiziellen, kirchlichen Adventszeit: Also ab dem vierten Sonntag vor dem 25. Dezember. Am ersten Adventssonntag beginnt nämlich das neue Kirchenjahr sowohl der evangelischen als auch der katholischen Christen.

Unter Sammlerstücken fanden sich auch Adventskalender, die mit dem Nikolaustag, also dem 6. Dezember beginnen.
(Quelle: Artikel von Horst Heinz Grimm im Flensburger Tageblatt vom 29.11.2003)

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