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Kurz
vorher sah es noch so aus, als ob der "Wettergott" keine "Gnade"
mit den Lister Veranstalter hätte. Schon im Vorjahr mußte eine
Veranstaltung wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Aber
wieder bewies sich die Regel: "Auf Sylt ist
das Wetter immer besser als auf dem Festland".
Wir hatten (als optimistische
Insider) auf das gute Wetter gebaut und waren über die Fähre
von Rømø/List mit unserem Wohnmobil angereist. Und wieder
einmal hatten wir Recht. Auf dem Festland (wir wohnen nahe Schafflund)
regnete es. In List aber genossen wir einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.
Schon
um 17.30h wanderten wir - nach einem traditionellen
Fischbrötchen bei Gosch am Lister Hafen - zum Festivalgelände
auf dem "Sportplatz an der Düne" neben der Marineversorgungsschule.
Die Polizei - verstärkt durch Kollegen vom Festland - sperrten gerade
die Zufahrtsstraße zum Schutz der Festival-Besucher ab. Vor dem
Festival-Gelände hatte ein Sylter-Autohaus "Rasse-Autos"
ausgestellt. "Schummi" & Co. ließen grüßen.
Am
Rande des Festival-Bereiches hatte der Lister Gastronom
Jürgen Gosch sein "VIP-Zelt" errichtet. Hier wurde
die geladene Prominenz von Sylt zur "Oldie-Night" empfangen
und bewirtet. Doch im "Laufe der Nacht" konnte selbst Gosch
seine "Promis" nicht mehr halten - sie mischten sich unter die
anderen Fans vor der Bühne.
Zu
"unserer Zeit" (»60/70er«) - begannen Tanzveranstaltungen
so um 19.00 h. Heute gehen die "Kids" erst nach Mitternacht
zur Disko. Um so erstaunlicher war es, dass schon zum Start um 18.00 Uhr
sich über 500 Oldie-Fans zum Start der Lokalmatadoren
"Brandung" eintrafen. Die Sylter Band aus Hörnum
("auch wenn die Lister unseren Titelsong »Hörnum«
vielleicht nicht so mögen") brachten die Zuschauer so richtig
in Stimmung.
Schon um 18.30h (noch
tageshell und ohne "Dröhnung") schwofte die Menge zu den
Songs von "Brandung". Selbst Ex-Beatclub-Moderatorin Uschi
Nerke, die alle "Größen der Oldie-Szene" aus
ihrer TV-zeit persönlich kennt, wippte vor der Bühne bei den
"Brandungs-Klängen" wie "Keep on running" begeistert
mit.
Nach
dem "Aufwärmen" durch die Sylter-Band begrüßte
Uschi Nerke gegen 19.00 Uhr alle Oldie-Fans
mit einem: "Guten Abend Sylt!". Die jetzt gut 1.000 Fans antworteten:
"Guten Abend Uschi!" Dann "outete" sich die "Beat-Club-Legende"
als Sylt-Fan und "Zugeheiratete". Ihr Mann "Günther"
kommt von der Insel. "Uschi" versprach allen "Oldie-Fans",
dass allen Lister Gästen an diesem Abend nicht nur ein tolles Programm,
sondern "ein Fest für die Seele" bevorstand.
Und sie behielt mehr als Recht! Neben der Musik war auch für das
"leibliche Wohl" in diversen Festzelten gut gesorgt.
Nach
den tollen "Lokal-Matadoren Brandung" kam die beste Band des
Abends (unsere Meinung): "Altmeister Dozy,
Beaky, Mick & Tich". Die Stimmung war auf einem "Höchstpunkt".
Die "Oldies" aus England bewiesen "LIVE", was es bedeutet,
auch noch nach Jahrzehnten den Fans gute Musik zu bieten. Kaum einer blieb
bei "Zabadak" oder "Massachusets" ruhig auf seinem
Platz stehen. Alle tanzten und sangen begeistert die altbekannten Titel
mit.
Und
dann zeigten die "rüstigen Oldies", warum sie noch immer
"im Geschäft sind": ihr a-capella (ohne Studiomix) gesungener
Beatles-Klassiker "Yesterday" müssen diverse, heutige "Boy-Groups"
erstmal nachmachen! Die "Oldies" nahmen die Begeisterung des
Lister Publikums auf und steigerten sich sogar noch. Nicht "sture
Routine" nach über 30 Jahren im Musikgeschäft - sondern
"erlebte Begeisterung pur" zeichnete "Dozy, Beaky, Mick
& Tich" an disem Abend aus.
Mit dem "Klassiker
der Beatles" "Let it be" verabschiedete sich die Gruppe
von Sylt. Die Fans begleitete den Song im Sylter Sonnenuntergang mit geschwenkten
Wunderkerzen und Feuerzeugen. Zum Schluß gabs für Uschi noch
ein Küßchen vom "Frontman".
Dann
kam der Kanadier Chris Andrews. Er begrüßte
das Publikum: "Ich bin Chris Andrews, komme aus Kanada und bin 26
Jahre alt." Die "gleichaltrige" Menge tobte! Und Chris
"rockte" so richtig ab (mit und ohne Sonnenbrille). Die Stimmung
war nun entgültig am kochen: "Long live love", "Yesterday
Man" und "Pretty Belinda" rissen das Publikum mit. Für
mich war Chris Andrews zu "meiner Zeit (BJ 1951)" immer eher
ein "Schmalztopf". Aber heute bewies der Kanadier, dass er auch
fetzige Musik machen kann.
Der
Auftritt von Barry Ryan hinterließ
bei uns "gemischte Gefühle". Die Wahl seines "Silber-Kostüms"
wirkte doch eher "ungeschickt". Leider war der "Soft-Boy"
nicht mehr in der Lage, die hohen Tonlagen so richtig zu treffen. Dies
wurde aber von einer guten Background-Sängerin "aufgefangen".
Trotzdem ging das Publikum begeistert bei Songs wie "Elouise"
und "Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt" mit. Die Stimmung
im Lister Publikum war an diesem Abend sowieso »Spitzen-Klasse«.
Die
schottische Gruppe "Middle of the Road"
wurde von Uschi Nerke besonders herzlich begrüßt. Uschi erinnerte
sich noch an ihre Zeit im "Beat-Club". Fleißig hatte sie
für ihre erste Moderation damals englich gelernt - und dann kam eine
schottische Band. "Nerke verstand kein Wort!", ihr Kommentar
dazu. Heute sind Uschi und die Liedsängerin
Sally "ein Herz und eine Seele".
Sally und ihre Gruppe (ihr Vater ist der Schlagzeuger) heizten den Lister
Fans bis kurz vor Mitternacht mächtig ein ("Where is your mother
gone").
Nach
einigen technischen Problemen begann Mango Jerry
nach Mitternacht mit seinem Programm ("In the Summertime").
Es war technisch perfekt. Aber er enttäuschte mit Hardrockmusik und
"modifizierten Versionen" seiner alten Songs uns doch sehr.
Mungo Jerry wurde von den Veranstaltern bewusst ans Ende des Programmes
gesetzt (stand am nächsten Tag in der Zeitung), da er sich ungern
sagen läßt, wie lange er zu spielen hat. Als wir um 01.30 Uhr
gingen, spielte er immer noch. Glück für Uschi Nerke, die an
sich von Mitternacht bis 03..00 Uhr morgens Diskothek machen sollte.
Persönliche
Kommentare am Rande
- Am nächsten Morgen mußten wir mit Unverständnis eine
"Glosse" ("Käpt`n Cool") in der »Sylter
Rundschau« (29.7.) lesen. Wie alt/jung muß eigentlich ein
Zeitungs-Redakteur sein, der sich "als echter Oldie-Fan" ausgibt,
um nicht zu wissen, wer "DDDBM&T" oder "Middle of the
Road" ist ? Allerdings bevorzugte er nach eigenen Angaben ja auch
den "Video-Zusammenschnitt" des »Blauen-Bock«"!
- Auch wenn das "Sylt
Open Air 2000" vielleicht nicht die Kosten der Veranstalter deckte,
für uns als Oldie-Fans war es ein einmaliges Erlebnis. Wir hatten
ein gleichaltriges Ehepaar aus Polen dabei. Für unsere Freunde, die
diese Oldie-Ära nur vom "Hörensagen kannten", wird
dieser Abend bestimmt unvergesslich bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die
Gemeinde List auch im nächsten Jahr - trotz der eventuellen Verluste
- wieder ein vergleichbares Open-Air-Konzert veranstalten wird. Thomas
Becken von der Gemeinde List: "Im September wollen wir uns
alle noch einmal zusammensetzen.
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