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Musik&Fun / OpenAir-Veranstaltungen 
 SyltOpenAir 28. Juli 2000 - List / Insel Sylt

Kurz vorher sah es noch so aus, als ob der "Wettergott" keine "Gnade" mit den Lister Veranstalter hätte. Schon im Vorjahr mußte eine Veranstaltung wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Aber wieder bewies sich die Regel: "Auf Sylt ist das Wetter immer besser als auf dem Festland".

Wir hatten (als optimistische Insider) auf das gute Wetter gebaut und waren über die Fähre von Rømø/List mit unserem Wohnmobil angereist. Und wieder einmal hatten wir Recht. Auf dem Festland (wir wohnen nahe Schafflund) regnete es. In List aber genossen wir einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.

Schon um 17.30h wanderten wir - nach einem traditionellen Fischbrötchen bei Gosch am Lister Hafen - zum Festivalgelände auf dem "Sportplatz an der Düne" neben der Marineversorgungsschule. Die Polizei - verstärkt durch Kollegen vom Festland - sperrten gerade die Zufahrtsstraße zum Schutz der Festival-Besucher ab. Vor dem Festival-Gelände hatte ein Sylter-Autohaus "Rasse-Autos" ausgestellt. "Schummi" & Co. ließen grüßen.

Am Rande des Festival-Bereiches hatte der Lister Gastronom Jürgen Gosch sein "VIP-Zelt" errichtet. Hier wurde die geladene Prominenz von Sylt zur "Oldie-Night" empfangen und bewirtet. Doch im "Laufe der Nacht" konnte selbst Gosch seine "Promis" nicht mehr halten - sie mischten sich unter die anderen Fans vor der Bühne.

Zu "unserer Zeit" (»60/70er«) - begannen Tanzveranstaltungen so um 19.00 h. Heute gehen die "Kids" erst nach Mitternacht zur Disko. Um so erstaunlicher war es, dass schon zum Start um 18.00 Uhr sich über 500 Oldie-Fans zum Start der Lokalmatadoren "Brandung" eintrafen. Die Sylter Band aus Hörnum ("auch wenn die Lister unseren Titelsong »Hörnum« vielleicht nicht so mögen") brachten die Zuschauer so richtig in Stimmung.

Schon um 18.30h (noch tageshell und ohne "Dröhnung") schwofte die Menge zu den Songs von "Brandung". Selbst Ex-Beatclub-Moderatorin Uschi Nerke, die alle "Größen der Oldie-Szene" aus ihrer TV-zeit persönlich kennt, wippte vor der Bühne bei den "Brandungs-Klängen" wie "Keep on running" begeistert mit.

Nach dem "Aufwärmen" durch die Sylter-Band begrüßte Uschi Nerke gegen 19.00 Uhr alle Oldie-Fans mit einem: "Guten Abend Sylt!". Die jetzt gut 1.000 Fans antworteten: "Guten Abend Uschi!" Dann "outete" sich die "Beat-Club-Legende" als Sylt-Fan und "Zugeheiratete". Ihr Mann "Günther" kommt von der Insel. "Uschi" versprach allen "Oldie-Fans", dass allen Lister Gästen an diesem Abend nicht nur ein tolles Programm, sondern "ein Fest für die Seele" bevorstand.
Und sie behielt mehr als Recht! Neben der Musik war auch für das "leibliche Wohl" in diversen Festzelten gut gesorgt.

Nach den tollen "Lokal-Matadoren Brandung" kam die beste Band des Abends (unsere Meinung): "Altmeister Dozy, Beaky, Mick & Tich". Die Stimmung war auf einem "Höchstpunkt". Die "Oldies" aus England bewiesen "LIVE", was es bedeutet, auch noch nach Jahrzehnten den Fans gute Musik zu bieten. Kaum einer blieb bei "Zabadak" oder "Massachusets" ruhig auf seinem Platz stehen. Alle tanzten und sangen begeistert die altbekannten Titel mit.

Und dann zeigten die "rüstigen Oldies", warum sie noch immer "im Geschäft sind": ihr a-capella (ohne Studiomix) gesungener Beatles-Klassiker "Yesterday" müssen diverse, heutige "Boy-Groups" erstmal nachmachen! Die "Oldies" nahmen die Begeisterung des Lister Publikums auf und steigerten sich sogar noch. Nicht "sture Routine" nach über 30 Jahren im Musikgeschäft - sondern "erlebte Begeisterung pur" zeichnete "Dozy, Beaky, Mick & Tich" an disem Abend aus.

Mit dem "Klassiker der Beatles" "Let it be" verabschiedete sich die Gruppe von Sylt. Die Fans begleitete den Song im Sylter Sonnenuntergang mit geschwenkten Wunderkerzen und Feuerzeugen. Zum Schluß gabs für Uschi noch ein Küßchen vom "Frontman".

Dann kam der Kanadier Chris Andrews. Er begrüßte das Publikum: "Ich bin Chris Andrews, komme aus Kanada und bin 26 Jahre alt." Die "gleichaltrige" Menge tobte! Und Chris "rockte" so richtig ab (mit und ohne Sonnenbrille). Die Stimmung war nun entgültig am kochen: "Long live love", "Yesterday Man" und "Pretty Belinda" rissen das Publikum mit. Für mich war Chris Andrews zu "meiner Zeit (BJ 1951)" immer eher ein "Schmalztopf". Aber heute bewies der Kanadier, dass er auch fetzige Musik machen kann.

Der Auftritt von Barry Ryan hinterließ bei uns "gemischte Gefühle". Die Wahl seines "Silber-Kostüms" wirkte doch eher "ungeschickt". Leider war der "Soft-Boy" nicht mehr in der Lage, die hohen Tonlagen so richtig zu treffen. Dies wurde aber von einer guten Background-Sängerin "aufgefangen". Trotzdem ging das Publikum begeistert bei Songs wie "Elouise" und "Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt" mit. Die Stimmung im Lister Publikum war an diesem Abend sowieso »Spitzen-Klasse«.

Die schottische Gruppe "Middle of the Road" wurde von Uschi Nerke besonders herzlich begrüßt. Uschi erinnerte sich noch an ihre Zeit im "Beat-Club". Fleißig hatte sie für ihre erste Moderation damals englich gelernt - und dann kam eine schottische Band. "Nerke verstand kein Wort!", ihr Kommentar dazu. Heute sind Uschi und die Liedsängerin Sally "ein Herz und eine Seele".
Sally und ihre Gruppe (ihr Vater ist der Schlagzeuger) heizten den Lister Fans bis kurz vor Mitternacht mächtig ein ("Where is your mother gone").

Nach einigen technischen Problemen begann Mango Jerry nach Mitternacht mit seinem Programm ("In the Summertime"). Es war technisch perfekt. Aber er enttäuschte mit Hardrockmusik und "modifizierten Versionen" seiner alten Songs uns doch sehr. Mungo Jerry wurde von den Veranstaltern bewusst ans Ende des Programmes gesetzt (stand am nächsten Tag in der Zeitung), da er sich ungern sagen läßt, wie lange er zu spielen hat. Als wir um 01.30 Uhr gingen, spielte er immer noch. Glück für Uschi Nerke, die an sich von Mitternacht bis 03..00 Uhr morgens Diskothek machen sollte.

Persönliche Kommentare am Rande
- Am nächsten Morgen mußten wir mit Unverständnis eine "Glosse" ("Käpt`n Cool") in der »Sylter Rundschau« (29.7.) lesen. Wie alt/jung muß eigentlich ein Zeitungs-Redakteur sein, der sich "als echter Oldie-Fan" ausgibt, um nicht zu wissen, wer "DDDBM&T" oder "Middle of the Road" ist ? Allerdings bevorzugte er nach eigenen Angaben ja auch den "Video-Zusammenschnitt" des »Blauen-Bock«"!

- Auch wenn das "Sylt Open Air 2000" vielleicht nicht die Kosten der Veranstalter deckte, für uns als Oldie-Fans war es ein einmaliges Erlebnis. Wir hatten ein gleichaltriges Ehepaar aus Polen dabei. Für unsere Freunde, die diese Oldie-Ära nur vom "Hörensagen kannten", wird dieser Abend bestimmt unvergesslich bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde List auch im nächsten Jahr - trotz der eventuellen Verluste - wieder ein vergleichbares Open-Air-Konzert veranstalten wird. Thomas Becken von der Gemeinde List: "Im September wollen wir uns alle noch einmal zusammensetzen.

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